Bulbophyllum blumei var. Alba ist eine seltene helle Farbform mit auffälligen gelbgrünen bis cremefarbenen Blüten. Die langen, behaarten Blütensegmente, die breiten, gebogenen Kelchblätter und die bewegliche Lippe verleihen der Blüte ein fast tierisches Aussehen. Im Vergleich zur üblichen dunkelroten Form wirkt diese Alba-Variante viel heller und raffinierter.
Der heute anerkannte botanische Name der Art lautet Bulbophyllum maxillare. Bulbophyllum blumei bleibt jedoch unter Orchideensammlern ein weit verbreiteter Name. Der Zusatz „var. alba“ wird in der Zucht für diese pigmentarme Farbform verwendet, gilt jedoch nicht als offiziell anerkannte botanische Varietät.
Herkunft
Die Art hat ein großes natürliches Verbreitungsgebiet, das sich von den Nikobaren und Südostasien bis nach Neuguinea, zu den Salomonen und in den Norden von Queensland erstreckt. Dort wächst sie als Epiphyt auf Stämmen und unteren Ästen und manchmal als Lithophyt auf moosbewachsenen Felsen.
Die natürlichen Standorte befinden sich vorwiegend in warmen, feuchten Tieflandwäldern. Die Wurzeln werden dort regelmäßig mit Wasser versorgt, erhalten aber durch Luftbewegung und ihr oberflächliches Wachstum ständig Sauerstoff. In der Kultur bedeutet dies: warm halten, niemals lange austrocknen lassen und gleichzeitig ein dichtes oder sumpfiges Substrat vermeiden.
Merkmale
Bulbophyllum blumei var. alba bildet kleine, kegelförmige Pseudobulben mit jeweils einem festen, ledrigen Blatt. Die Pseudobulben sitzen entlang eines kriechenden Rhizoms und können mit der Zeit über den Topfrand hinauswachsen. Die pflanze bleibt relativ niedrig, kann sich aber breit ausbreiten.
Ein Blütenzweig trägt in der Regel eine oder zwei Blüten. Die länglichen Blüten können etwa 6 bis 9 Zentimeter lang werden. Das schmale obere Kelchblatt ist an den Rändern fein behaart, während sich die beiden größeren Seitensegmente anmutig nach unten biegen und in langen Spitzen enden.
Bei dieser hellen Form fehlt der größte Teil der dunkelroten bis purpurfarbenen Pigmentierung der normalen Art. Die Blüten sind daher limettengelb, gelbgrün oder cremefarben. Um die Lippe und die Säule herum kann noch ein zarter rosa oder pfirsichfarbener Schimmer sichtbar sein. „Alba“ bedeutet bei dieser pflanze also nicht unbedingt, dass die Blüten vollständig schneeweiß sind.
Die kleine Lippe ist gelenkig befestigt und kann sich bei Luftbewegung sichtbar bewegen. Dieser Mechanismus unterstützt in der Natur die Bestäubung durch kleine Insekten.
Pflege
Diese Bulbophyllum benötigt das ganze Jahr über Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und ein leicht feuchtes Wurzelmilieu. Die Herausforderung liegt vor allem in der Balance zwischen ausreichender Feuchtigkeit und ausreichend Sauerstoff um die feinen Wurzeln herum.
Die pflanze hat keine ausgeprägte Trockenruhephase. Auch außerhalb der aktiven Wachstumsphase darf das Substrat nicht vollständig austrocknen.
Licht
Stellen Sie die pflanze in helles, gefiltertes Licht oder in leichten Halbschatten. Ein Standort an einem nach Osten oder Westen ausgerichteten Fenster ist geeignet, solange die pflanze vor der grellen Mittagssonne geschützt ist.
Zu viel direkte Sonne kann die Blätter schnell ausbleichen oder verbrennen. Bei zu wenig Licht kann die pflanze zwar neue Pseudobulben bilden, doch sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Blüte. Eine mittelgrüne Blattfarbe ist meist ein gutes Zeichen dafür, dass die Lichtintensität angemessen ist.
Temperatur
Bulbophyllum blumei var. alba wächst bei warmen bis mäßig warmen Temperaturen. Tagsüber sind Temperaturen von etwa 22 bis 30 °C geeignet. Nachts darf es auf etwa 17 bis 21 °C abkühlen.
Kurzzeitig etwas kühlere Bedingungen werden meist vertragen, aber anhaltende Temperaturen unter 15 °C sind nicht ideal. Vor allem die Kombination aus Kälte, feuchtem Substrat und stehender Luft kann zu Problemen mit Wurzel- und Blattflecken führen.
Substrat und Anbaumethode
Verwenden Sie ein luftiges Substrat, das Feuchtigkeit speichert, ohne zu verdichten. Geeignet ist eine Mischung aus feiner bis mittelgrober Baumrinde mit lebendem oder getrocknetem Sphagnum, feinen Kokosfasern oder Baumfarnfasern.
Aufgrund des kriechenden Wuchses ist ein breiter, flacher Topf oder ein offener Korb oft praktischer als ein hoher Topf. Die pflanze kann auch auf Kork, Baumfarn oder einem breiten Ast befestigt werden. Ein aufgebundenes Exemplar benötigt jedoch viel häufiger Wasser und eine strukturell höhere Luftfeuchtigkeit.
Legen Sie den Rhizom auf das Substrat und bedecken Sie die Pseudobulben nicht. Ein ständig feuchter Boden kann schnell zu Fäulnis führen.
Luftfeuchtigkeit
Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 65 bis 85 Prozent ist ideal. Bei wärmeren Temperaturen darf die Luftfeuchtigkeit höher sein, sofern für ausreichende Belüftung gesorgt ist.
Eine sanfte, konstante Luftbewegung hilft den Blättern, nach dem Gießen abzutrocknen, und verringert das Risiko von Blattflecken und Schimmel. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ohne Belüftung ist daher weniger geeignet als eine etwas niedrigere Luftfeuchtigkeit bei guter Luftzirkulation.
Gießen
Halten Sie das Substrat gleichmäßig leicht feucht, aber nicht durchnässt. Gießen Sie erneut, wenn die oberste Schicht zu trocknen beginnt. Die feinen Wurzeln dürfen nicht über einen längeren Zeitraum vollständig austrocknen.
Schrumpfende Pseudobulben können auf zu wenig Wasser, beschädigte Wurzeln oder eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit hinweisen. Überprüfen Sie daher nicht nur das Substrat, sondern auch den Zustand der Wurzeln.
Verwenden Sie vorzugsweise Regenwasser oder anderes Wasser mit geringem Gehalt an gelösten Salzen. Gießen Sie aufgebundene Pflanzen in heißen Perioden gegebenenfalls täglich.
Düngung
Geben Sie während der aktiven Wachstumsphase alle zwei bis drei Bewässerungen eine geringe Dosis Orchideendünger. Ein Viertel der empfohlenen Dosis reicht in der Regel aus.
Die feinen Wurzeln reagieren empfindlich auf angesammelte Düngesalze. Spülen Sie daher den Topf oder das Befestigungsmaterial regelmäßig mit klarem Wasser durch. Bei wenig Licht und verlangsamtem Winterwachstum kann die Düngung weiter reduziert werden.
Blüte
Ausgewachsene Pflanzen können zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr blühen. In einem warmen Gewächshaus oder Pflanzenkasten ist die Blüte weniger stark an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. Neue Blütenzweige entspringen der Basis einer Pseudobulbe und können anfangs leicht zwischen den Wurzeln und dem Substrat übersehen werden.
Die Blüten werden vor allem wegen ihrer seltenen Farbe, ihrer bizarren Form und ihrer beweglichen Lippe geschätzt. Wie bei verschiedenen Bulbophyllum-Arten kann eine Blüte einen charakteristischen, insektenanziehenden Duft verströmen. Die Intensität und Wahrnehmung dieses Duftes können je nach Blüte und Tageszeit variieren. Daher handelt es sich hierbei nicht um eine Orchidee, die in erster Linie wegen ihres süßen Blütendufts ausgewählt wird.
Pflegeaufwand
Bulbophyllum blumei var. alba hat einen mittleren bis fortgeschrittenen Pflegeaufwand. Die Art kann kräftig wachsen, wenn Wärme und Feuchtigkeit stimmen, verträgt jedoch keine anhaltende Trockenheit, kein kaltes, nasses Substrat und keine stehende Luft.
Aufgrund der Seltenheit dieser hellen Farbvariante eignet sich die pflanze besonders für Sammler, die Erfahrung mit Bulbophyllum oder anderen warm- und feuchtigkeitsliebenden Epiphyten.
Für wen ist diese pflanze geeignet?
Diese pflanze richtet sich an Sammler, die nach seltenen Farbvarianten und Blüten mit ungewöhnlichem botanischem Aufbau suchen. Die Kombination aus der pigmentarmen gelbgrünen Blüte, den behaarten Segmenten und der gelenkigen Lippe verleiht ihr einen deutlichen Sammlerwert.
Die pflanze passt gut in eine spezialisierte Bulbophyllum-Sammlung, ein warmes Orchideengewächshaus oder einen belüfteten Pflanzenschrank. Für einen kühlen Raum, eine trockene Fensterbank oder einen Sammler, der vor allem langblühende, duftende Orchideen sucht, ist diese Art weniger geeignet.
Erfahrungen mit der Haltung im Haus, im Gewächshaus oder im Pflanzenschrank
In einem warmen Gewächshaus oder einem belüfteten Pflanzenschrank lassen sich die gewünschte Luftfeuchtigkeit und eine gleichmäßige Feuchtigkeitsversorgung am einfachsten erreichen. Achten Sie darauf, dass die pflanze Platz hat, um horizontal weiterzuwachsen.
Im Haus kann die Art an einem hellen Fenster ohne grelle Nachmittagssonne gehalten werden. Eine Vitrine oder ein offener Pflanzenschrank kann helfen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Eine Belüftung bleibt dabei jedoch notwendig.
Ein geräumiges Tropenterrarium kann geeignet sein, wenn Luftzirkulation, ausreichend Licht und Platz für den kriechenden Rhizom vorhanden sind. Ein vollständig geschlossenes, ständig feuchtes Terrarium ohne Belüftung erhöht hingegen das Risiko von Schimmel und Fäulnis.
Zusätzlicher Pflegetipp
Achten Sie beim Einsetzen der pflanze auf die Wuchsrichtung des jüngsten Triebs. Positionieren Sie die ältesten Pseudobulben am Rand des Topfes, damit das junge Wachstum Platz hat, um über das Substrat weiterzukriechen. Topfen Sie die Pflanze um, bevor die pflanze vollständig aus dem Topf herauswächst, und warten Sie vorzugsweise, bis neue Wurzelspitzen sichtbar werden.
Kurze Produktbeschreibung
Bulbophyllum blumei var. alba ist eine äußerst seltene, pigmentarme Farbvariante der Art, die heute botanisch als Bulbophyllum maxillare bezeichnet wird. Die gelbgrünen Blüten mit behaarten Segmenten und einer beweglichen Lippe machen diese Orchidee zu einer echten Sammler-Orchidee, die eine warme, feuchte und gut belüftete Kulturumgebung benötigt.