Diese Rhyncholaeliocattleya Wellesleyae wird als einzelne, eingetopfte Jungpflanze geliefert. Der erste Schritt nach der In-vitro-Phase ist bereits abgeschlossen, doch die pflanze ist noch jung und benötigt Zeit, bis sie ihre volle Größe erreicht und die ersten Blüten bildet.
Für Sammler liegt der Reiz gerade in dieser Entwicklung. Diese Neuinterpretation des klassischen Grex Wellesleyae kombiniert Cattleya lueddemanniana coerulea ‚Michael‘ AM/AOS mit Rhyncholaelia digbyana ‚Laura‘ AM/AOS. Damit vereint sich eine preisgekrönte Coerulea-Farbform mit einer Elternpflanze, die für ihre außergewöhnlich stark gefranste Lippe und ihren kräftigen Abendduft bekannt ist.
Da es sich um einen Sämling handelt, ist jede pflanze genetisch einzigartig. Die endgültige Blütenfarbe, Form, Fransenbildung und der Duft werden erst bei der ersten Blüte sichtbar. Die Elternkombination weist eine vielversprechende Richtung auf, bietet jedoch keine Garantie dafür, dass jede pflanze genau das gleiche Ergebnis liefern wird.
Herkunft
Rhyncholaeliocattleya Wellesleyae ist eine registrierte Primärhybride, die zu gleichen Teilen aus Rhyncholaelia digbyana und Cattleya lueddemanniana besteht. Der Grex wurde ursprünglich bereits 1906 registriert und gehört damit zu den klassischen Kreuzungen innerhalb der Cattleya-Allianz.
Rhyncholaelia digbyana kommt in der Natur vom Südosten Mexikos bis nach Honduras vor. Diese epiphytische Art wächst unter warmen Bedingungen und ist an ihrer großen grün-weißen Blüte, der tief gefransten Lippe und ihrem angenehmen Duft zu erkennen, der vor allem am Abend und in der Nacht zur Geltung kommt.
Cattleya lueddemanniana stammt aus dem Norden Venezuelas. Dort wächst sie als Epiphyt unter warmen, hellen Bedingungen und ist bekannt für ihre großen Blüten, ihren kräftigen Wuchs und ihre breite Farbvielfalt. Die verwendete Elternpflanze „Michael“ AM/AOS gehört zur Coerulea-Linie und hat hellblau-lavendelfarbene Blüten mit dunkleren Indigotönen in der Lippe.
Diese spezifische Elternkombination ist eine neue Variante des historischen Grex. Die Auszeichnungen AM/AOS beziehen sich auf die beiden ausgewählten Elternpflanzen. Sie bedeuten nicht, dass die angebotene Jungpflanze selbst eine Auszeichnung erhalten hat.
Merkmale
Die Jungpflanze entwickelt sich gemäß dem typischen Wachstumsmuster einer Cattleya. Aus der Basis entstehen neue Triebe, die zu Pseudobulben heranwachsen, an deren Spitze sich ein kräftiges Blatt befindet. Jedes neue Wachstum hilft der pflanze, mehr Reserven aufzubauen, und bringt sie schließlich der ersten Blüte näher.
Bei ausgewachsenen Pflanzen ist ein kräftiger, mittelgroßer bis größerer, Cattleya-ähnlicher Wuchs zu erwarten. Es handelt sich daher nicht um eine Miniaturorchidee, auch wenn die angebotene pflanze derzeit noch klein ist. Mit zunehmendem Alter nehmen sowohl die Pseudobulben als auch die Blätter an Länge und Volumen zu.
Die Elternkombination bietet das Potenzial für große, helle Blüten in grünlichem Weiß, silbrigem Lavendel oder sanften Coerulea-Tönen. Dabei kann sich der Einfluss von Rhyncholaelia digbyana in einer offeneren Blütenform und einer auffällig gefransten Lippe zeigen. Der Begriff „Coerulea“ bedeutet bei Cattleya-Arten übrigens keine hellblaue Blüte, sondern bezieht sich auf kühlere, lavendelfarbene, schieferblaue oder indigofarbene Pigmente.
Auch ein Duft ist wahrscheinlich, da beide Elternteile duftende Blüten haben und insbesondere Rhyncholaelia digbyana hierfür bekannt ist. Dennoch können die Intensität und der Zeitpunkt, zu dem der Duft wahrnehmbar ist, von Sämling zu Sämling variieren. Erst bei der ersten Blüte wird deutlich, welche Eigenschaften dieses einzelne pflanze geerbt hat.
Pflege
Diese Jungpflanze lässt sich einfacher ziehen als eine vollständige Flask, da man die Sämlinge nicht mehr selbst desinfizieren, trennen und zum ersten Mal eintopfen muss. Dennoch benötigt eine junge Orchidee mehr Stabilität als eine ausgewachsene Cattleya. Das noch begrenzte Wurzelsystem kann weniger Wasser speichern und reagiert schneller auf anhaltende Trockenheit, ist aber auch empfindlich gegenüber einem ständig feuchten Substrat.
Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn Wärme, helles, gefiltertes Licht, luftige Wurzeln und eine gleichmäßige Bewässerung im Gleichgewicht bleiben.
Licht
Geben Sie der Jungpflanze viel helles, indirektes Licht, setzen Sie sie jedoch noch nicht direkt der gleichen Sonneneinstrahlung aus wie eine ausgewachsene Cattleya. Sanfte Morgensonne oder späte Nachmittagssonne wird gut vertragen, wenn sich die pflanze allmählich daran gewöhnt. Schützen Sie sie vorerst vor greller Mittagssonne, insbesondere direkt hinter Glas.
Bei zu wenig Licht wird das Wachstum schwach und träge. Zu viel plötzliche Sonne kann hingegen blasse Stellen oder bleibende Verbrennungen verursachen. Erhöhen Sie daher die Lichtintensität schrittweise, je größer und kräftiger die pflanze wird.
Unter Wachstumslicht ist eine gleichmäßige Beleuchtung über etwa zwölf bis vierzehn Stunden pro Tag besser geeignet als eine kurze Phase mit sehr intensivem Licht. Halten Sie einen ausreichenden Abstand zwischen der Lampe und den jungen Blättern ein.
Temperatur
Eine warme bis mittlere Temperatur ist für diese Kreuzung am besten geeignet. Tagsüber sind etwa 21 bis 28 °C angemessen, während die Temperatur nachts auf etwa 16 bis 20 °C sinken darf. Ein moderater Unterschied zwischen Tag und Nacht fördert eine kräftige Entwicklung.
Längere Temperaturen unter etwa 15 °C sind für eine junge pflanze nicht zu empfehlen. Vermeiden Sie außerdem kalte Zugluft, insbesondere wenn das Substrat noch feucht ist. An heißen Sommertagen verträgt die pflanze höhere Temperaturen, sofern Luftfeuchtigkeit, Belüftung und Wasserversorgung gewährleistet sind.
Substrat / Anbaumethode
Verwenden Sie ein feines, aber sehr luftiges Orchideensubstrat. Feine bis mittelgrobe Rinde kann mit einer geringen Menge losem Sphagnum, Perlit oder feinem Bimsstein kombiniert werden. Die Mischung muss ausreichend Feuchtigkeit für das kleine Wurzelsystem speichern, darf aber nach dem Gießen nicht verdichtet und sauerstoffarm bleiben.
Lassen Sie die Jungpflanze vorerst in einem relativ kleinen Topf wachsen. Ein zu großer Topf enthält mehr Substrat, als die jungen Wurzeln verwerten können, und bleibt dadurch zu lange feucht. Topfen Sie erst um, wenn das aktuelle Substrat zu verrotten beginnt, der Topf tatsächlich voll mit Wurzeln ist oder an der Basis eines neuen Triebs frische Wurzelspitzen erscheinen.
Ein ausgewachsenes Exemplar kann später auch in gröberer Rinde, einem Korb oder einem gut belüfteten Tontopf kultiviert werden. In dieser frühen Phase lässt sich ein kleiner Topf jedoch leichter gleichmäßig feucht halten als ein offener Korb oder eine Aufstellung.
Luftfeuchtigkeit
Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 65 bis 80 Prozent fördert die Entwicklung junger Wurzeln. Gleichzeitig ist Luftbewegung unerlässlich. Warme, feuchte und stehende Luft kann Schimmelbildung begünstigen und macht junge Triebe anfälliger für Schädlingsbefall.
In einem Gewächshaus oder einer Orchideenvitrine ist daher ein kleiner Ventilator von großem Nutzen. Die Pflanze kann auch in der Wohnung gehalten werden, sofern sie nicht direkt über einem Heizkörper oder in einem kalten Luftzug steht. Das regelmäßige Besprühen der Blätter ist kein vollwertiger Ersatz für eine stabile Luftfeuchtigkeit und kann bei unzureichender Belüftung sogar Probleme verursachen.
Gießen
Halten Sie das Substrat während der aktiven Wachstumsphase leicht gleichmäßig feucht, aber niemals dauerhaft durchnässt. Gießen Sie erneut, sobald die Mischung größtenteils ausgetrocknet ist, bevor das kleine Wurzelsystem längere Zeit vollständig austrocknet. Überprüfen Sie dabei nicht nur die Oberfläche, sondern auch das Gewicht des Topfes und die Feuchtigkeit tiefer im Substrat.
Eine junge pflanze verfügt noch nicht über dieselbe Trockenheitsreserve wie eine ausgewachsene Cattleya mit mehreren kräftigen Pseudobulben. Der alte Ratschlag, die Pflanzen nach dem Auspflanzen lieber zu trocken als zu nass zu halten, muss daher bei dieser Lieferform differenziert betrachtet werden. Zu viel Feuchtigkeit bleibt das größte Risiko für die Wurzeln, aber wiederholtes vollständiges Austrocknen kann das Wachstum ebenfalls zum Stillstand bringen.
Gießen Sie vorzugsweise früh am Tag und vermeiden Sie, dass nachts Wasser im Herzen eines jungen Triebs stehen bleibt. Sobald frische grüne Wurzelspitzen sichtbar werden, kann die Bewässerung schrittweise an das zunehmende Wachstum angepasst werden.
Düngung
Geben Sie während des aktiven Wurzel- und Triebwachstums einen schwach dosierten Orchideendünger. Etwa ein Viertel der normalen Konzentration reicht für eine Jungpflanze in der Regel aus. Regelmäßige, leichte Düngung ist sicherer als gelegentliche hohe Dosierungen.
Spülen Sie das Substrat zwischendurch mit klarem Wasser durch, um angesammelte Düngesalze zu entfernen. Vor allem in kleinen Töpfen kann sich schnell eine zu hohe Salzkonzentration aufbauen. Wenn die pflanze im Winter deutlich weniger wächst, wird die Düngung reduziert.
Wachstum und Entwicklung
Die Entwicklung verläuft nicht immer gleichmäßig. Nach dem Umtopfen kann die pflanze zunächst vor allem unter der Erde neue Wurzeln bilden, wodurch oberirdisch vorübergehend kaum Veränderungen sichtbar sind. Das ist normal. Aktive, hellgrüne Wurzelspitzen sind in dieser Phase ein wichtigeres Zeichen für Fortschritte als direkt ein neues Blatt.
Jede vollständig ausgereifte Pseudobulbe vergrößert die Reserven der pflanze. Lassen Sie alte Pseudobulben daher so lange an der Pflanze, solange sie grün und fest sind. Auch wenn sie kleiner sind als die neuesten Triebe, tragen sie weiterhin zum Aufbau der Jungpflanze bei.
Die Geschwindigkeit, mit der die pflanze heranwächst, hängt von Licht, Temperatur, Wurzelentwicklung und Pflege ab. Rechnen Sie mit einer mehrjährigen Aufzucht und nicht mit einem schnellen Übergang zur blühfähigen Größe.
Blüte
Diese Jungpflanze ist noch nicht blühfähig. Selbst bei guter Pflege dauert es wahrscheinlich mehrere Jahre, bis die erste Blüte erscheint. Ein genauer Zeitrahmen kann nicht zugesagt werden, da sich Sämlinge in ihrer Wuchskraft und Entwicklung individuell unterscheiden.
Die erste Blüte ist für Sammler der entscheidende Moment. Dann wird deutlich, in welchem Verhältnis die kühlere Farbe von „Michael“, die Fransen von „Laura“ und die Eigenschaften beider Sorten kombiniert sind. Die Blüte kann von Fotos der Elternpflanzen und von anderen Pflanzen derselben Kreuzung abweichen.
Auch eine erste Blüte muss noch nicht die maximale Qualität eines ausgewachsenen Exemplars aufweisen. Je stärker die pflanze wird, desto größer, voller und besser geformt können spätere Blüten werden. Werfen Sie einen Sämling daher nicht sofort aufgrund einer einzigen bescheidenen ersten Blüte weg.
Pflegeaufwand
Diese Jungpflanze hat einen mittleren bis fortgeschrittenen Pflegeaufwand. Die vollständige Ausflaschenphase ist nicht mehr erforderlich, wodurch die pflanze pflegeleichter ist als das ursprüngliche Produkt. Dennoch erfordert sie immer noch mehr Aufmerksamkeit und Geduld als eine ausgewachsene, vollständig verwurzelte Cattleya.
Besonders wichtig ist das Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeit und Sauerstoff um die jungen Wurzeln herum. Wer bereits Erfahrung mit jungen Cattleya-Pflanzen, Sämlingen oder frisch eingetopften Orchideen hat, wird diese Wachstumsphase gut begleiten können. Für einen absoluten Anfänger, der schnell Blüten erwartet, ist ein ausgewachsenes Exemplar die geeignetere Wahl.
Für wen ist diese pflanze geeignet?
Rhyncholaeliocattleya Wellesleyae eignet sich für Sammler, die eine besondere Orchidee von klein auf aufziehen möchten und neugierig auf das einzigartige Ergebnis zweier ausgewählter Elternklone sind. Die pflanze bietet keine vorbestimmte Blüte, sondern gerade die Möglichkeit, dass nach Jahren der Pflege eine ganz individuelle Kombination aus Farbe, Form, Fransen und Duft entsteht.
Damit ist dies ein interessanter Einstieg in eine seltene Linie, ohne dass man selbst eine ganze Flasche auspacken und Dutzende von Sämlingen unterbringen muss. Gleichzeitig bleibt Geduld erforderlich: Man erwirbt nun vor allem genetisches Potenzial und die Entwicklung hin zu einer zukünftigen Blütenpflanze.
Anwendung zu Hause oder im Gewächshaus
In einem beheizten Gewächshaus oder einer gut belüfteten Orchideenvitrine lassen sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Regel am einfachsten stabil halten. Achten Sie jedoch darauf, dass die pflanze nicht ständig nass steht und dass ausreichend Luft am Substrat und an den jungen Blättern zirkulieren kann.
Auch zu Hause ist die Aufzucht an einem hellen Fenster nach Osten oder Westen möglich, oder etwas weiter entfernt von einem Fenster nach Süden. Eine Wachstumslampe kann in den dunklen Monaten helfen, die Entwicklung gleichmäßiger zu gestalten. Stellen Sie die pflanze nicht in ein geschlossenes Terrarium ohne Belüftung.
Beachten Sie, dass die pflanze derzeit wenig Platz einnimmt, sich im Erwachsenenalter jedoch zu einer mittelgroßen bis größeren Cattleya-ähnlichen Orchidee entwickelt. Letztendlich benötigt sie daher mehr Licht, Platz im Topf und Freiraum um die Blätter herum.
Zusätzlicher Pflegetipp
Orientieren Sie sich bei der Pflege an den neuen Wurzelspitzen. Sobald an der Basis eines neuen Triebs frische grüne oder bronzefarbene Wurzelspitzen erscheinen, verträgt die pflanze mehr Wasser und leichte Düngung. Dies ist auch der sicherste Zeitpunkt zum Umtopfen.
Wenn die Wurzeln nicht aktiv wachsen, ist Zurückhaltung wichtiger. Halten Sie das Substrat dann etwas trockener und stören Sie die pflanze nicht unnötig. So verhindern Sie, dass ein kleiner Rückschlag während der Aufzucht zu bleibenden Wurzelschäden führt.
Kurze Produktbeschreibung
Rhyncholaeliocattleya Wellesleyae ist eine klassische Primärhybride aus Cattleya lueddemanniana und Rhyncholaelia digbyana. Diese Neuzüchtung kombiniert den Coerulea-Klon „Michael“ AM/AOS mit der stark gefransten „Laura“ AM/AOS. Sie erhalten eine einzeln eingetopfte Jungpflanze, keine Flask-Pflanze. Die pflanze ist noch nicht blühfähig und erfordert eine mehrjährige Aufzucht, wobei die endgültige Blütenfarbe, Form, Fransenbildung und der Duft je nach Sämling variieren können.