Rhynchostylis gigantea „Pink“ ist eine warmwachsende Orchideenart mit dicken, ledrigen Blättern und dicht gefüllten, hängenden Blütenständen. Die rosa Blüten haben eine wachsartige Struktur und verströmen einen kräftigen, würzig-blumigen Duft. Vor allem die Kombination aus Winterblüte, Duft und einer satten rosa Farbe macht diese Form für Sammler interessant.
„Pink“ ist eine kommerzielle Bezeichnung für die rosa Farbform und keine eigenständige botanische Sorte. Die genaue Farbintensität und Zeichnung können daher je nach pflanze leicht variieren.
Herkunft
Rhynchostylis gigantea kommt von Hainan und Myanmar bis nach Laos, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Malaysia und Borneo vor. Dort wächst die Art als Epiphyt auf Bäumen in warmen, feuchten Tropenwäldern.
Die pflanze lebt nicht im Boden. Die dicken Wurzeln haften an der Rinde und werden während der Regenzeit vollständig durchnässt, woraufhin sie dank Wärme und Luftbewegung relativ schnell wieder trocknen. Diese natürliche Wuchsform erklärt, warum Rhynchostylis viel Wasser verträgt, aber schlecht auf ein ständig feuchtes und geschlossenes Substrat reagiert.
Rhynchostylis gigantea wurde ursprünglich als Saccolabium giganteum beschrieben. Die rosa, roten, weißen und gefleckten Farbvarianten werden in der Orchideenwelt oft mit informellen Sorten- oder Züchtungsnamen bezeichnet, gehören aber botanisch gesehen zur selben Art.
Merkmale
Rhynchostylis gigantea wächst monopodial. Das bedeutet, dass die pflanze von einem zentralen Stängel aus weiter nach oben wächst und keine Pseudobulben bildet. Entlang dieses kurzen, kräftigen Stängels stehen breite, dunkelgrüne Blätter in zwei Reihen.
Die Blätter sind dick, ledrig und manchmal mit helleren Längsstreifen versehen. Eine ausgewachsene pflanze kann eine beachtliche Blattspannweite entwickeln. Trotz der relativ überschaubaren Topfgröße handelt es sich also nicht um eine Miniaturorchidee. Berücksichtigen Sie auch die dicken Luftwurzeln und den Platzbedarf der herabhängenden Blütenstände.
Die Blütenstände entspringen den Blattachseln und können Dutzende wachsartiger Blüten tragen. Bei gut entwickelten Pflanzen können mehrere Blütenstände gleichzeitig entstehen. Je älter und kräftiger die pflanze wird, desto größer wird dadurch ihr Zierwert.
Pflege
Diese Art liebt Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit, helles, gefiltertes Licht und viel Luft um die Wurzeln herum. Die Pflege ähnelt der einer Vanda, aber Rhynchostylis gigantea wächst in der Regel langsamer und benötigt etwas weniger intensives Licht.
Ein fester wöchentlicher Bewässerungsplan funktioniert hier weniger gut. Achten Sie auf die Wurzeln, die Temperatur und die Geschwindigkeit, mit der das Substrat austrocknet. Gesunde, feuchte Wurzeln färben sich grün; sobald sie wieder silbergrau werden, kann die pflanze erneut gegossen werden.
Licht
Geben Sie Rhynchostylis gigantea „Pink“ viel helles, indirektes Licht. Etwa 20.000 bis 30.000 Lux sind in der Regel geeignet. Ein helles Ost- oder Westfenster, ein schattiges Gewächshaus oder ein Standort unter starker Wachstumsbeleuchtung eignen sich gut.
Die pflanze benötigt mehr Licht als eine durchschnittliche Phalaenopsis, aber weniger direkte Sonneneinstrahlung als viele Vanda-Arten. Schützen Sie die Blätter hinter Glas vor der grellen Mittagssonne. Vor allem stehende Hitze kann schnell zu blassen oder braunen Verbrennungsflecken führen.
Zu wenig Licht ist ein häufiger Grund dafür, dass eine ausgewachsene Rhynchostylis nicht blüht. Sehr dunkelgrüne, immer länger werdende Blätter ohne Blütenansätze können darauf hindeuten, dass der Standort zu dunkel ist.
Temperatur
Rhynchostylis gigantea ist eine warm bis mäßig warm wachsende Orchidee:
Tagsüber etwa 22 bis 30 °C
, nachts etwa 17 bis 21 °C
Im Winter darf die Nachttemperatur vorsichtig auf 15 bis 17 °C sinken, doch anhaltende Kälte wird schlecht vertragen. Halten Sie die pflanze wärmer, wenn die Wurzeln oder das Substrat noch feucht sind.
Warme Sommertage sind kein Problem, solange die Luftfeuchtigkeit ausreichend hoch bleibt und für eine gute Belüftung gesorgt ist. Die Kombination aus Hitze, trockener Luft und stehender Luft kann dazu führen, dass junge Wurzelspitzen austrocknen.
Substrat und Anbaumethode
Die dicken, steifen Wurzeln benötigen viel Sauerstoff. In einem Topf eignet sich am besten eine sehr luftige Mischung aus grober Orchideenrinde, Holzkohle und eventuell grobem Perlit oder Bimsstein. Eine kleine Menge lockeres Sphagnum kann in einem trockenen Wohnzimmer helfen, die Feuchtigkeit etwas länger zu speichern, darf den Wurzelballen jedoch nicht abdichten.
Verwenden Sie kein feines, kompaktes Substrat und drücken Sie Sphagnummoos niemals fest um die Wurzeln. Vor allem während eines kühlen, dunklen europäischen Winters kann ein dichter Kern zu lange feucht bleiben.
Ein offener Korb ohne Substrat oder mit einigen großen Stücken Rinde und Holzkohle entspricht gut der natürlichen Wuchsweise. Diese Anzuchtmethode erfordert im Haus jedoch ein wesentlich häufigeres Gießen. Ein offener oder perforierter Topf mit grober Rinde ist daher oft praktischer.
Rhynchostylis gigantea hat starre Wurzeln, die leicht brechen, und reagiert nicht gut auf unnötiges Umtopfen. Lassen Sie eine gesunde pflanze daher so lange wie möglich im selben Topf oder Korb wachsen. Topfen Sie sie nur um, wenn das Substrat sich verschlechtert hat oder der Topf wirklich ungeeignet geworden ist.
Luftfeuchtigkeit
Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 60 bis 80 % ist ideal. Bei warmen Bedingungen darf diese vorübergehend höher sein, sofern die Luft ständig sanft zirkuliert.
Eine gute Belüftung hilft nicht nur, die Wurzeln zu trocknen, sondern verhindert auch, dass Wasser lange in den Blattachseln und der Krone stehen bleibt. In einem geschlossenen Raum ohne Ventilator steigt das Risiko für bakteriellen Befall, Schimmel und Kronenfäule schnell an.
Gießen
Befeuchten Sie den gesamten Wurzelballen gut und lassen Sie das überschüssige Wasser anschließend vollständig ablaufen. Gießen Sie erneut, wenn die sichtbaren Wurzeln größtenteils silbergrau sind und das grobe Substrat fast ausgetrocknet ist.
In warmen, sonnigen Perioden kann dies mehrmals pro Woche erforderlich sein. Ein pflanze, der ohne Substrat in einem Korb wächst, benötigt im Sommer möglicherweise täglich Wasser. Im Winter trocknet eine pflanze im Topf langsamer aus, und die Bewässerung wird an die geringere Verdunstung angepasst.
Rhynchostylis gigantea hat keine strenge Trockenruhephase. In den kühleren Wintermonaten darf die pflanze etwas trockener gehalten werden, aber lassen Sie die dicken Wurzeln nicht über einen längeren Zeitraum vollständig verschrumpeln.
Verwenden Sie vorzugsweise Regenwasser, Osmosewasser oder anderes weiches Wasser. Gießen Sie am besten morgens, damit die Blattachseln und die Wachstumspitze über Nacht trocknen können.
Düngung
Geben Sie während der aktiven Wachstumsphase regelmäßig eine geringe Dosis Orchideendünger. Etwa ein Viertel bis die Hälfte der empfohlenen Konzentration pro zwei bis drei Gießvorgänge reicht in der Regel aus.
Spülen Sie den Topf und die Wurzeln regelmäßig mit sauberem Wasser durch. Die dicken Wurzeln reagieren empfindlich auf eine hohe Konzentration an Düngesalzen. Reduzieren Sie die Düngung, wenn die pflanze während der dunklen Wintermonate kaum neue Wurzeln oder Blätter bildet.
Blüte
Rhynchostylis gigantea ist als Winterblüher bekannt. Unter europäischen Bedingungen erscheinen die Blütenstiele meist zwischen Spätherbst und frühem Frühjahr, wobei die Hauptblütezeit etwa im Januar und Februar liegt.
Die kompakten, hängenden Blütenstände tragen zahlreiche Blüten von etwa 2,5 bis 4 Zentimetern. Da sich die Knospen nicht alle gleichzeitig öffnen, kann die gesamte Blüte mehrere Wochen bis zu einigen Monaten lang sichtbar bleiben.
Die Blüten verströmen einen ausgeprägten würzig-blumigen Duft. Dieser ist oft tagsüber am stärksten, wenn die Temperatur etwas ansteigt. Die rosa Farbvariante wirkt sanfter als die dunkelroten Sorten, bleibt aber aufgrund der Dichte der Blütenstände dennoch auffällig.
Entfernen Sie den Blütenstiel erst, wenn er vollständig vertrocknet ist. Schneiden Sie niemals in den zentralen Wachstumspunkt hinein oder zu nah an den Blattachseln.
Pflegeaufwand
Mittel.
Die Art eignet sich für Liebhaber, die bereits etwas Erfahrung mit Vandas oder anderen epiphytischen Orchideen haben. Die wichtigsten Punkte sind ausreichend Licht, warme Bedingungen und das Gleichgewicht zwischen häufigem Gießen und ausreichend schnellem Austrocknen.
Diese Pflanzen wurden importiert und können nach ihrer Ankunft zunächst Energie in die Bildung neuer Wurzeln stecken. Das ist normal. Geben Sie der pflanze während dieser Eingewöhnungsphase einen stabilen, warmen Standort und topfen Sie sie nicht um, solange dies nicht notwendig ist.
Rhynchostylis gigantea wächst relativ langsam. Eine ausgewachsene pflanze kann blühfähig sein, was jedoch nicht bedeutet, dass sie unmittelbar nach der Lieferung einen Blütenstiel bildet. Licht, Wurzelzustand und saisonaler Rhythmus bestimmen, wann die nächste Blüte erscheint.
Für wen ist diese pflanze geeignet?
Rhynchostylis gigantea „Pink“ eignet sich gut für Sammler, die:
eine duftende Orchideenart mit Winterblüte suchen
eine ausgeprägte rosa Farbform schätzen
Platz für breite Blätter, Luftwurzeln und herabhängende Blütenstände
haben
Ein warmes Gewächshaus, eine helle Fensterbank oder einen gut belüfteten Pflanzenschrank besitzen Bereit sind, die Bewässerung an den Zustand der Wurzeln anzupassen
Eine langsam wachsende pflanze gerne zu einem größeren Exemplar heranwachsen lassen möchten
Für einen dunklen Raum, eine kalte Fensterbank oder ein geschlossenes Terrarium ist diese Art weniger geeignet. Auch wer wenig Platz für Luftwurzeln und herabhängende Blütenstiele hat, sollte sich besser für eine kompaktere Orchidee entscheiden.
Erfahrungen mit der Haltung im Haus, im Gewächshaus oder im Pflanzenschrank
Im Haus wächst Rhynchostylis gigantea „Pink“ am besten in der Nähe eines hellen Ost- oder Westfensters. Stellen Sie die pflanze nicht über eine Heizung und sorgen Sie für Platz unter oder neben dem Topf, damit die Blütenstiele frei hängen können.
Ein warmes Gewächshaus ist ideal, da sich dort Licht, Luftfeuchtigkeit und Belüftung leichter im Gleichgewicht halten lassen. Achten Sie im Sommer jedoch auf zu intensive Sonneneinstrahlung.
Ein geräumiger Pflanzenschrank kann ebenfalls geeignet sein, aber ausgewachsene Pflanzen nehmen aufgrund ihrer breiten Blätter und festen Wurzeln mehr Platz ein, als die Topfgröße vermuten lässt. Eine kleine Vitrine oder ein Terrarium wird schnell zu eng. Außerdem muss die Belüftung stark genug sein, damit das Wasser aus der Krone und den Blattachseln verdunsten kann.
Zusätzlicher Pflegetipp
Topfen Sie die pflanze erst um, wenn an der Basis neue grüne Wurzelspitzen erscheinen. Befeuchten Sie alte Wurzeln vorher gut, damit sie etwas biegsamer werden, und versuchen Sie, sie so wenig wie möglich zu bewegen. Eine gebrochene Rhynchostylis-Wurzel regeneriert sich nicht an derselben Stelle; die pflanze muss dann an einer anderen Stelle neue Wurzeln bilden.
Kurze Produktbeschreibung
Rhynchostylis gigantea „Pink“ ist eine duftende Orchideenart aus Südostasien mit kräftigen Blättern und dicht gefüllten, hängenden Blütenständen. Die wachsartigen rosa Blüten erscheinen meist im Winter und verströmen einen kräftigen, würzig-blumigen Duft. Eine ausgewachsene Sammlerpflanze für einen warmen, hellen und gut belüfteten Standort.