Brassocattleya Amethyst ist eine besondere Primärhybride aus Brassavola cucullata × Laelia purpurata. In der modernen Nomenklatur wird Laelia purpurata oft als Cattleya purpurata behandelt, weshalb diese Kreuzung auch als Cattleya purpurata × Brassavola cucullata geschrieben wird. Im Handel ist jedoch die klassische Bezeichnung mit Laelia purpurata nach wie vor bekannt und weit verbreitet.
Diese Hybride vereint zwei sehr unterschiedliche Elternarten: die anmutige, spinnenartige Blütenform und den Duft von Brassavola cucullata mit den größeren, farbenprächtigeren Blüten von Laelia purpurata. Das Ergebnis ist eine Orchidee mit eleganten, oft etwas langgestreckten Blüten, meist in Weiß-, Rosa-, Lila-, Violett- oder Amethysttönen. Die Blüten können zudem deutlich duften, vor allem durch den Einfluss von Brassavola.
Herkunft
Brassocattleya Amethyst ist eine registrierte Primärhybride aus dem Jahr 1980. Eine Primärhybride bedeutet, dass die pflanze direkt aus zwei botanischen Arten hervorgegangen ist. In diesem Fall sind dies Brassavola cucullata und Laelia purpurata, die taxonomisch heute oft unter Cattleya purpurata eingeordnet wird.
Brassavola cucullata kommt in tropischen Regionen Amerikas natürlich vor und ist bekannt für ihre schmalen, spinnenartigen Blüten mit einer gefransten Lippe und einem Duft, der am Abend bis in die Nacht hinein wahrnehmbar ist. Laelia purpurata, oder Cattleya purpurata, ist eine ikonische Art aus Brasilien mit großen, eleganten Blüten und einer auffälligen Lippenfarbe. Durch diese Kombination erhält die Brassocattleya Amethyst sowohl die luftige Blütenform der Brassavola als auch das eher klassische Cattleya-Erscheinungsbild der purpurata.
Merkmale
Brassocattleya Amethyst wächst sympodial, mit Pseudobulben und kräftigen Blättern, wie bei vielen Cattleya-Verwandten. Die pflanze hat einen luftigen, offenen Wuchs und bildet bei guter Pflege kräftige neue Triebe. Aus ausgewachsenen Trieben können Blütenstiele mit großen bis mittelgroßen Blüten entstehen.
Die Blüten sind meist auffallend elegant in ihrer Form. Sie sind weniger rund und voll als viele moderne Cattleya-Hybriden, aber auch weniger extrem schmal als reine Brassavola cucullata. Dadurch entsteht ein schönes Gleichgewicht: eine Blüte mit Bewegung, Länge und anmutigen Linien, aber dennoch mit ausreichender Größe und Farbe.
Die Farbe kann je nach Klon oder Sämling variieren. Oft liegen die Farbtöne im Bereich von Weiß, Zartrosa, Lila, Violett oder Amethyst. Die Lippe kann stärker gezeichnet sein und eine höhere Farbintensität aufweisen als die übrigen Blütenteile. Manche Pflanzen haben einen deutlich wahrnehmbaren Duft. Secret Garden beschreibt die Blüten der Brassocattleya Amethyst als groß, stark duftend und farblich variabel, mit einem Blütenumfang von etwa 11,5 cm.
Pflege
Licht
Brassocattleya Amethyst benötigt viel helles Licht, um gut zu wachsen und zu blühen. Stellen Sie die pflanze an einen hellen Standort mit gefiltertem Sonnenlicht. Morgensonne oder späte Nachmittagssonne sind in der Regel geeignet. Starke Mittagssonne hinter Glas kann die Blätter schädigen, besonders im Sommer.
Wie viele Cattleya-Verwandte wächst diese Hybride bei zu wenig Licht zwar oft, blüht aber nicht oder kaum. Eine helle Fensterbank, ein Wintergarten, ein Gewächshaus oder ein Standort unter guten Wachstumslampen ist daher ideal. Gesunde Blätter sind meist fest und hell- bis mittelgrün; sehr dunkle Blätter können auf zu wenig Licht hinweisen.
Temperatur
Diese Hybride gedeiht gut bei gemäßigten bis warmen Bedingungen. Tagsüber sind etwa 20 bis 28 °C geeignet. Nachts darf die Temperatur auf etwa 15 bis 20 °C sinken. Ein leichter nächtlicher Temperaturabfall hilft Cattleya-ähnlichen Orchideen oft, kräftiger zu wachsen und besser zu blühen.
Die American Orchid Society gibt für Cattleya-Arten im Allgemeinen Nachttemperaturen von etwa 12,7 bis 22,2 °C und Tagestemperaturen von etwa 21,1 bis 29,4 °C an, wobei höhere Tagestemperaturen möglich sind, wenn Luftfeuchtigkeit, Bewässerung, Luftzirkulation und Beschattung entsprechend angepasst werden.
Substrat und Anbaumethode
Brassocattleya Amethyst bevorzugt ein luftiges Substrat, das schnell austrocknet. Geeignet ist eine Mischung aus mittelgrober bis grober Rinde, eventuell mit etwas Perlit oder groben Kokoschips. Die Wurzeln müssen nach dem Gießen wieder mit Sauerstoff versorgt werden.
Verwenden Sie keine kompakte Mischung, die lange feucht bleibt. Diese Hybride verträgt kurzes Austrocknen besser als ständig feuchte Wurzeln. Ein offener Topf oder Korb eignet sich oft gut, insbesondere bei Pflanzen mit starkem Brassavola-Einfluss. Eine hängende Aufzucht ist ebenfalls möglich, erfordert jedoch häufigeres Gießen und ist vor allem in einem Gewächshaus oder bei höherer Luftfeuchtigkeit praktisch.
Luftfeuchtigkeit
Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 50 bis 70 % ist geeignet. Bei höheren Temperaturen und viel Licht darf die Luftfeuchtigkeit höher sein, solange ausreichend Luftzirkulation vorhanden ist. Stehende, feuchte Luft kann Schimmel oder Fäulnis verursachen, insbesondere um junge Triebe herum und in den Blattachseln.
In einem normalen Wohnzimmer kann die pflanze gut wachsen, wenn die Wurzeln gesund bleiben und die Bewässerung an Temperatur und Licht angepasst wird. Ein Wintergarten oder Gewächshaus erleichtert die Pflege oft, vor allem während der aktiven Wachstumsphase.
Gießen
Gießen Sie reichlich, wenn das Substrat fast trocken ist, und lassen Sie den Topf anschließend gut abtropfen. Während der aktiven Wachstumsphase, wenn neue Triebe und Wurzeln entstehen, darf die pflanze regelmäßiger gegossen werden. Sobald das Wachstum abgeschlossen ist und die pflanze an einem kühleren oder dunkleren Standort steht, kann die Bewässerung reduziert werden.
Verwenden Sie vorzugsweise entmineralisiertes Wasser, Regenwasser oder anderes weiches Wasser bei Raumtemperatur. Achten Sie darauf, dass kein Wasser über einen längeren Zeitraum um junge Triebe herum stehen bleibt. Bei Cattleya-ähnlichen Orchideen ist vor allem das Gleichgewicht wichtig: reichlich gießen während des Wachstums, aber immer mit ausreichender Trocknungszeit.
Düngung
Geben Sie während der Wachstumsphase regelmäßig eine geringe Dosis Orchideendünger. Ein Viertel bis die Hälfte der Dosierung reicht in der Regel aus. Düngen Sie vor allem dann, wenn die pflanze aktiv neue Wurzeln bildet; dann kann der Dünger gut aufgenommen werden.
Spülen Sie das Substrat gelegentlich mit klarem Wasser durch, um die Ansammlung von Düngersalzen zu begrenzen. In der Ruhephase kann die Düngung reduziert oder vorübergehend ausgesetzt werden.
Blüte
Brassocattleya Amethyst kann aus ausgewachsenen, gut ausgereiften Trieben blühen. Die Blüten sind meist mittelgroß bis groß, elegant geformt und oft duftend. Durch den Einfluss von Brassavola cucullata können die Blütenteile etwas länger und anmutiger sein, während Laelia purpurata für mehr Blütengröße und Farbe sorgt.
Die Blüte erfordert vor allem ausreichend Licht, gesunde Wurzeln und einen guten Wachstumsrhythmus. Zu wenig Licht ist einer der häufigsten Gründe, warum Cattleya-ähnliche Orchideen nicht blühen. Schneiden Sie den Blütenstiel erst ab, wenn er verblüht ist und zu vertrocknen beginnt.
Pflegeaufwand
Brassocattleya Amethyst ist mittelschwer zu pflegen. Die pflanze lässt sich in der Regel gut von Liebhabern halten, die bereits etwas Erfahrung mit Cattleya-Arten, Brassavola-Arten oder anderen Orchideen haben, die gerne luftig stehen. Die Pflege ist nicht besonders anspruchsvoll, aber die pflanze benötigt ausreichend Licht und ein Substrat, das nicht zu lange feucht bleibt.
Für Anfänger kann diese Hybride geeignet sein, wenn sie sich bewusst für einen hellen Standort entscheiden und lernen, die Bewässerung anhand der Trocknungszeit statt nach einem festen Zeitplan vorzunehmen. Wer an Phalaenopsis gewöhnt ist, sollte vor allem auf mehr Licht, mehr Luft um die Wurzeln und eine deutlichere Trocknungszeit zwischen den Wassergaben achten.
Für wen ist diese pflanze geeignet?
Brassocattleya Amethyst eignet sich für Liebhaber, die eine duftende, elegante, Cattleya-ähnliche Orchidee mit einer besonderen Blütenform suchen. Die pflanze passt gut zu Menschen, die botanische Einflüsse schätzen, sich aber auch größere und farbenfrohere Blüten wünschen als bei der reinen Brassavola cucullata.
Diese Hybride ist eine gute Wahl für eine helle Fensterbank, ein Wintergarten, ein Gewächshaus oder einen Pflanzenraum. Für ein dunkles Wohnzimmer ist sie weniger geeignet. Für Sammler von Hybriden der Cattleya-Allianz ist die Brassocattleya Amethyst vor allem wegen der Kombination aus dem Duft und der Blütenform der Brassavola mit der Farbe und Blütengröße der Laelia purpurata interessant.
Erfahrungen mit der Haltung zu Hause oder im Gewächshaus
Zu Hause lässt sich die Brassocattleya Amethyst am besten in einem luftigen Topf mit grober Rinde halten. So bleibt die Pflege praktischer als bei der Aufhängekultur, während die Wurzeln dennoch ausreichend Luft erhalten. Stellen Sie die pflanze so hell wie möglich auf, jedoch ohne direkte Nachmittagssonne.
In einem Gewächshaus oder Wintergarten kann die pflanze oft kräftiger wachsen, da Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit dort besser im Gleichgewicht sind. Dort eignen sich auch ein offener Korb oder eine Aufhängekultur gut. Achten Sie besonders auf die neuen Wurzeln: Sobald diese aktiv wachsen, ist das der beste Zeitpunkt, um Wasser und Dünger etwas zu erhöhen.
Zusätzlicher Pflegetipp
Geben Sie der Brassocattleya Amethyst vor allem ausreichend Licht. Bei dieser Hybride ist unzureichendes Licht häufiger ein Problem als etwas zu wenig Dünger. Solange die Wurzeln gesund sind und das Substrat gut austrocknet, kann die pflanze recht kräftig wachsen. Kräftige Pseudobulben, frischgrüne Wurzelspitzen und hellgrüne Blätter sind gute Anzeichen.